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Partnerfirmen unterstützen Kraftwerkspersonal bei 6.200 Arbeitsaufträgen

Anlagenrevision im Kernkraftwerk Emsland 

 

Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) wird am Sonntag, 19. Mai, gegen 19 Uhr zur jährlichen Anlagenrevision mit Brennelementwechsel heruntergefahren. Die Revision wird etwa drei Wochen dauern. In dieser Zeit wird die charakteristische Wasserdampffahne des Kühlturms nicht zu sehen sein.

 

Darauf hat der Leiter des KKE, Jürgen Haag, am Freitag in einem Gespräch mit unserer Zeitung hingewiesen. Im zurückliegenden Betriebszyklus erzeugte das Kraftwerk laut Haag rund 10,8 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit könnte die Hauptstadt Berlin ein Jahr lang zuverlässig mit Strom versorgt werden. „Seit Inbetriebnahme unseres Kraftwerks vor 25 Jahren waren wir immer unter den zehn besten Kernkraftwerken weltweit, sowohl bei der Leistung als auch bei der Verfügbarkeit“, betonte Haag.

 

Ein wesentliches Arbeitspaket der Revision sei der Austausch von einem der beiden großen Maschinentransformatoren. „Über diese Komponente wird das Kraftwerk mit dem Höchstspannungsnetz verbunden“, erläuterte Haag. Zusätzlich stehen Haag zufolge der Wechsel weiterer Transformatoren für den internen Bedarf und die Wartung großer Elektromotoren an. Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren werden die Sanierung und der Austausch von Kühlwasserleitungen fortgesetzt und zwei der vier Dampferzeuger einer Wirbelstromprüfung unterzogen. Nach Abschluss der Arbeiten müssen alle Betriebssysteme ihre einwandfreie Funktion durch mehr als 850 Prüfungen unter Beweis stellen. Wie Haag weiter mitteilte, erhält der Reaktorkern für den kommenden Betriebszyklus 44 frische Brennelemente. „Alle sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten werden von rund 50 Sachverständigen des niedersächsischen Umweltministeriums begutachtet“, erklärte er.

 

Mehr als 6200 Arbeitsaufträge müssen während der anstehenden Revision bewältigt werden. Dazu unterstützen rund 1400 Fachleute von Partnerfirmen das Kraftwerkspersonal, damit alle Arbeiten und Kontrollen im vorgesehenen Zeitrahmen abgewickelt werden können. Gut 250 dieser Spezialisten kommen aus der Umgebung des Kraftwerkstandorts. „Wir verstehen uns als Partner der Region und bevorzugen daher bei gleichwertigen Angeboten Betriebe aus dem direkten Umfeld des Standortes“, erklärte Haag. Damit sei das Kernkraftwerk ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für die Region.

 

Er betonte, dass die Arbeitssicherheit höchste Priorität genieße. Während der Revision seien zwölf Sicherheitsexperten im Einsatz. Mehrmals täglich werde überprüft, ob die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit eingehalten würden. „Wir setzen alles daran, Arbeitsunfälle zu vermeiden.“

 

Haag sowie Pressesprecher Olaf Wollny zeigten sich überzeugt davon, dass die Unterbringung der zusätzlichen Fachleute auch in diesem Jahr problemlos möglich sein wird.

 

Blick auf den Generator und die Turbine des Kernkraftwerkes Emsland.

Ems-Zeitung
Ausgabe vom 18.Mai.2013
Ressort Kreis Emsland